Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie.
Pommern (polnisch Pomorze - Küstenland) ist eine Landschaft am Unterlauf der Oder, entlang der Ostsee. Vorgelagert sind die Halbinsel Darß und die Inseln Hiddensee, Rügen, Usedom und Wollin, polnisch Wolin.
Der westliche Teil, auch Vorpommern genannt, liegt im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und hat Greifswald als Zentrum. Der östliche Teil (Hinterpommern) liegt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern, mit dem Zentrum Stettin (Szczecin). Pomerellen wird teilweise auch zu Pommern gerechnet.
Die geschichtliche Erwähnung des in der Folge als Pommern benannten Gebietes beginnt um das Jahr 1000 herum mit der Eroberung des von Pomeranen bewohnten Gebietes durch den Polen Herzog Boleslaw I. Chrobry, aus der Dynastie der Piasten.
Die bis dahin dort wohnhaften Pomeranen haben keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen.
Nach dem Tode des Fürsten von Pommern, Swantibor I, im Jahre 1107 wurde das Land aufgeteilt: Seine beiden älteren Söhne erhielten das Land zwischen Peene und Persante mit Stettin (Pommern, Haus Greifen oder Gryfiden), seine beiden jüngeren Söhne erhielten Pomerellen, zwischen Persante und Weichsel mit Danzig.
Pommern wurde danach durch die Missionstätigkeit von Otto von Bamberg im Jahre 1124 römisch-katholisch.
Das seit 1170 als Herzogtum bezeichnete Pommern wurde 1181 unter Bogislav I von Kaiser Friederich Barbarossa zum Reichsfürstentum erklärt, und Pommern somit Lehensgebiet des Heiligen Römischen Reiches.
Nach dem Ende der Pommern-Demmin Familie im Jahre 1264 vereinigte Barnim I Pommern, und mit dem Ende der Pommern-Danzig Familie im Jahre 1295 fiel das westliche Pomerellen an Pommern-Stettin.
Von Barnim I. stammen dann die Familien Pommern-Wolgast und Pommern-Stettin ab. Barnims Sohn Otto I. aus der Pommern-Stettin-Linie erwarb 1320 die Uckermark.
1338 wurde Pommern reichsunmittelbar, nachdem Brandenburg der Lehnshoheit entsagt hatte. Unter Kaiser Sigismund verband sich ein Teil des brandenburgischen Adels mit Pommern.
Unter Bogislav X wurden 1478 der westliche und östliche Teil vereint.
1479 erhielt Albrecht Achilles von Brandenburg die Anerkennung seiner Lehnshoheit im Vertrag von Prenzlau.
1529 wurde im Vergleich zu Grimnitz die Pommersche Reichsunmittelbarkeit und Brandenburgs Erbfolgerecht von neuem bestätigt.
Im Anschluss an den Dreißigjährigen Krieg kam im Westfälischen Frieden (1648) das östliche Pommern (Hinterpommern) zu Brandenburg, und etwas später das westliche Pommern (Vorpommern) zuerst zu Dänemark, kurz danach zu Schweden.
Nach den Napoleonschen Kriegen und dem Wiener Kongress wurde 1815 ganz Pommern eine Provinz Preußens (Hauptstadt Stettin) und Mitglied des Deutschen Bundeses. 1871 wurde Pommern mit Preußen Teil des Deutschen Reiches und war später auch eine Provinz des Bundesstaates Preußen der Weimarer Republik.
Nach Auflösung der 1922 gebildeten Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen im Jahre 1938 wurden deren Stadtkreis Schneidemühl sowie deren Landkreise Deutsch Krone, Flatow, Schlochau und Netzekreis (Sitz in Schönlanke) mit den pommerschen Landkreisen Dramburg und Neustettin sowie den von der Provinz Brandenburg umgegliederten Landkreisen Arnswalde und Friedeberg zu einem neuen Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen vereinigt, dessen Sitz die Stadt Schneidemühl wurde.
Mit der Auflösung des Großdeutschen Reiches und der neuen Grenzziehung nach 1945 wurde Vorpommern Teil der sowjetischen Zone und somit ab 1949 Bestandteil der DDR (Land Mecklenburg). Hinterpommern wurde unter polnischer Verwaltung gestellt und seine deutschen Einwohner wurden vertrieben. Das annektierte Land wurde mit ebenfalls vertriebenen Polen aus dem Raum Wilna - Hrodna neu besiedelt und später auch rechtlich Teil Polens. Heute bildet Hinterpommern mit einem kleinen Teil Vorpommerns zusammen die Woiwodschaft Westpommern.
Mit der Auflösung der DDR und Beitritt zur BRep. Deutschland entstand 1990 ein Bundesland mit dem Namen Mecklenburg-Vorpommern. Innerhalb dieses Landes wurden anlässlich der Kreisreform in den 1990iger Jahren u.a. die Landkreise Nordvorpommern und Ostvorpommern gebildet, so dass der alte Name "Pommern" nunmehr auch auf kommunaler Ebene weiter besteht.
Geschichte
Verwaltungsgliederung der preußischen Provinz Pommern (Stand bei Auflösung Preußens)
Regierungsbezirk Stettin
Stadtkreise:
Landkreise:
Regierungsbezirk Köslin
Stadtkreise:
Landkreise:
Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen
Stadtkreise:
Landkreise:
Siehe auch Vertreibung

