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Tanktourismus ist ein Schlagwort, das mit Einführung der Ökosteuer populär wurde. Das dazu gehörige Phänomen existierte bereits vorher. Gemeint ist damit, dass Kraftfahrer in grenznahen Gebieten auf Grund der Preisunterschiede bei Benzin oder Dieselkraftstoff im jeweils billigeren Nachbarland tanken.
Zum Nachweis des Tanktourismus wurde bereits in den siebziger Jahren österreichischer Kraftstoff eingefärbt und es wurden an der Grenze Proben aus den Autotanks entnommen. Auch heute weist das Hauptzollamt Passau darauf hin, dass "Privatpersonen zusätzlich nur einen Reservebehälter mit maximal 20 Liter Kraftstoff für den Eigenbedarf steuerfrei aus Österreich nach Deutschland verbringen" dürfen. Wenn der mitgeführte Kraftstoff die Höchstmenge überschreite, würde beim Grenzübertritt die Mineralölsteuer fällig. Wenn die Einfuhr nicht deklariert werde, mache sich der Einführer strafbar.
Dasselbe Prinzip wird bei normalen Gebrauchsgütern angewendet, die jeweils im Nachbarland eingekauft werden, wenn auf Grund der nationalen Besteuerung im Heimatland die Preise hoch genug liegen, sodass sich eine entsprechende Fahrt ins Nachbarland finanziell lohnt. Warenhausketten oder Discounter kalkulieren diese Form des Einkaufstourismus ebenso wie Tankstellen in ihren Planungen ein und errichten grenznah Kapazitäten, die durch das lokale Umland ohne ausländische Kunden nicht wirtschaftlich wären. Anders herum ist die Folge für die lokale Wirtschaft, dass Tankstellen bzw. Einzelhändler nicht mehr konkurrenzfähig sind und schließen müssen, und die damit verbundenen Arbeitsplätze verloren gehen.
Da Tank- und Einkaufstourismus in grenznahen Gebieten der Normalfall und nicht der Ausnahmefall war und ist, bleibt den Zollbehörden im Zweifelsfall nichts anderes übrig, als den damit verbundenen Schmuggel zu dulden.

